
Vielleicht haben Sie auch schon davon gehört; der Rechtsstreit zwischen Gut und Böse, die Schlacht um das Gedankengut oder einfach ausgedrückt, das verbale Handgemenge ums Prinzip. In der Zeit der Wirtschaftskrise umso mehr gefürchtet: der finanzielle Untergang von diversen Medienmogulen, allen voran Plattenfirmen und Filmindustrie. Namentliche Erwähnung fällt auf Grund der Angst, im Schlaf gemeuchelt zu werden aus.
Seit einigen Jahren ist es nun möglich, Musik, Video und so ziemlich alles, was auf einer Festplatte platzt findet im Internet zu tauschen. Einer der ersten „Piratenplattformen“: Napster. Mittlerweile nicht mehr die Fleisch gewordene oder vielmehr Software gewordene Kriegserklärung an die oben genannten, namentlich nicht erwähnten, sondern mittlerweile vielmehr zahmes Kätzchen mit gestutzten Krallen. Andere ereilte ein ähnliches Schicksal: gekauft werden, konform gehen oder im Schlaf… .
Wann haben Sie zum letzten mal eine CD gekauft weil sie einen oder zwei Songs darauf wirklich gut fanden? Oder eine DVD erstanden, nur um nach dem einleitenden Werbeblock und uninteressanten, aufgezwungenen Warnhinweisen dann erfahren zu müssen, dass Sie einer geschnittenen, verstümmelten Fernsehfassung auf den Leim gegangen sind?
Ich kann und will mir so etwas nicht leisten (müssen), da man als Konsument ja nicht gerade viele andere Möglichkeiten hat, außer das zu fressen, was man vorgesetzt bekommt. Auf Musik und Film zu verzichten ist keine Alternative.
Sollte man noch so gut sein und für eine dieser Downloadplattformen bezahlen, ist man ebenfalls in den Allerwehrtesten penetriert. Die Musik ist nur in einem eigenen Format zu erhalten und sollte man je wieder seine Meinung ändern wollen und den Vertrag kündigen, so wird das erstandene Material unbrauchbar gemacht.
Scherze wie dieser katapultieren Seiten wie „thepiratebay.org“ unter die hundert meistbesuchten Seiten des Netzes – Tendenz steigend. Ist ja auch logisch. Das zum Tausch angebotene Material wird von Liebhabern behandelt, Zensur oder Verstümmlung sind nicht denkbar; Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ich für meinen Teil würde gerne Musik, Film und Co käuflich erwerben, und somit den Künstlern und Schöngeistern die dafür verantwortlich sind meine Dankbarkeit zollen. Aber nicht in dem jetzt herrschenden Ausmaß und Form. Viel zu teuer, viel zu viel Schund, den ich nicht dabei haben will aber kaufen muss. Ohne mich! Und die Besucherzahlen von TPB sagen mir, dass ich da nicht der einzige bin.
Die finale Weisheit:
Was von den „Nachtmeuchlern“ liebevoll Piraterie genannt wird, sehen andere als den ganz normalen Wahnsinn, der auch bei Videocasetten, Mp3 Playern, wahrscheinlich bis hin zum Grammophon von statten ging. Der natürliche Lauf der Dinge. Ein Markt wird von einem anderen, (besseren, fortschrittlicheren), verdrängt oder übernommen. Die einzige mögliche Variante, die von Dauer wäre ist eine Koexistenz mit dem Konsumenten, welcher momentan nicht gefragt wird, ob er eine geschnittene Filmversion oder 15 zusätzliche Titel auf einem Album erwerben will.
Wird sich der Konsument weiterhin Dinge aufs Auge drücken lassen und vor der Großindustrie kuschen um nachts ruhig schlafen zu können? Man wird sehen…