Eigentlich nichts neues…

Ich bin mir sicher, auch in Ihrem Land gibt es Massenmedien wie Fernsehen, Zeitung, Radio, usw. mit den dazugehörigen Internetseiten… Und sie alle haben eines gemeinsam: Sie liefern interessante, objektive Berichte zu den verschiedensten Themen des Alltags oder des Außergewöhnlichen.

Betrachten wir nun die täglichen Nachrichten, die so genannten „brandheißen News“. Was haben Sie diese Woche in den News gehört, gelesen oder gesehen? Rekapitulieren Sie!

Ich wurde Zeuge von politischen Debatten, den Fortschritt der Wirtschaftskrise, ein Flugzeugabsturz, ein Promiskandal und wie fast jede Woche: der Hunger in der dritten Welt als Dauerbrenner…

Nachdem ich dieses dumpfe Gefühl des Bedauerns, das diese Nachrichten bei mir auslösten mit dem dumpfen Gefühl der Dankbarkeit , dass es uns doch eigentlich gar nicht so schlecht geht, ersetzt habe, kam mir plötzlich ein merkwürdiger Gedanke…

Eigentlich war das alles nichts Neues! So lange ich mich zurück erinnern kann gab es immer eine politische Debatte, die zu eskalieren drohte, eine Krise, die uns alle betrifft, eine mehr oder minder schreckliche Katastrophe (Flugzeugabsturz, DjÖtzi, usw…) und einen Skandal weil irgendjemand irgendetwas machte, sagte oder zeigte was irgendwann von irgendjemand als anstößig eingestuft wurde.

Selbe Scheiße, anderer Tag aber eigentlich nichts Neues…

Klar, etwas hat sich schon verändert: Früher war es nicht normal, dass man bei einer Verkehrsdurchsage mitgeteilt bekam, dass bei einem Frontalcrash dem Umfalllenker der Kopf abgetrennt wurde. Ob diese Information beim umfahren der Unfallstelle miteinbezogen werden sollte?

Sie haben doch auch schon sicher gehört, dass unsere Kinder bis zu ihrem zehnten Lebensjahr schon mehrere tausend simulierte Tode im Fernsehen gesehen haben. Erschreckend nicht? Wo doch eine Kinderseele so zerbrechlich ist… Aber es ist ja nicht real… Gummiinerreihen und Sirupblut; niemand stirbt wirklich, alles halb so schlimm…

Stellt sich die Frage, wie viele nicht simulierte Tode wir jedes Jahr in den Nachrichten sehen. Und was geschieht dadurch mit unserer Seele? Entstellte Opfer von Phosphorbomben, weinende Menschen die zur Kulisse einer zerbombten Stadt um ihre Familie trauern oder ein schmutziges Kind mit Hungerbauch und Fliege im teilnahmslos blickendem Auge. Alles hochauflösend gedreht und innerhalb weniger Stunden über den ganzen Globus ausgestrahlt.

Mein Senf dazu:

Über Objektivität oder Echtheit mancher Beiträge will ich erst gar nichts sagen; was mich mehr interessiert: Was mache ich mit diesen Informationen? Was bekomme ich eigentlich von der Medienhure vorgesetzt und welche Auswirkung hat dies auf meinen Alltag? Warum interessiert mich das, wo ich doch meist völlig ohne Einfluss bleibe? Wird mir somit mitgeteilt, dass es schlimmeres gibt als meine lächerlichen alltäglichen Sorgen und das ich froh sein sollten, dass ich nicht selbst zur „Nachricht“ werde? Ich erkenne keinen Nutzen, den ich aus solchen Informationen – „News“ ziehen könnte!

Eigentlich, eine fragwürdige Art der Unterhaltung, anderen beim Leiden zuzusehen…

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